BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:-//wp-events-plugin.com//7.2.3.1//EN
TZID:Europe/Berlin
X-WR-TIMEZONE:Europe/Berlin
BEGIN:VEVENT
UID:102@folkfruehling.de
DTSTART;TZID=Europe/Berlin:20160909T200000
DTEND;TZID=Europe/Berlin:20160909T220000
DTSTAMP:20160714T114442Z
URL:https://folkfruehling.de/events/gerd-schinkel/
SUMMARY:Gerd Schinkel "Phil Ochs Programm"
DESCRIPTION:Gerd Schinkel - „Der Orpheus mit dem Januskopf“-\n\nPhil Oc
 hs Portrait-Programm\n\nPhil Ochs war einer der wichtigsten „Liedermache
 r“ der USA. Anfang der sechziger Jahre haben er und andere alte und jung
 e Folksänger\, vor allem in New York\, nicht nur neue kämpferische Liede
 r geschrieben und gesungen\, sondern sich auch in sozialen Bewegungen enga
 giert. Als profilierter singender Vertreter dieser jungen amerikanischen P
 rotestgeneration war Phil Ochs 1968 zum Songfestival „Chanson Folklore I
 nternational V“ an Pfingsten auf die Burg Waldeck eingeladen worden. 197
 6 nahm er sich das Leben. Vier Jahrzehnte danach ist dies ein Anlass\, sic
 h an ihn zu erinnern. \n\n[caption id="attachment_3872" align="alignright"
  width="189"] Phil Ochs[/caption]\n\nIm Programmheft des 68er Waldeck-Fest
 ivals wurde er vor 40 Jahren so vorgestellt:\n\n„Phil Ochs  wurde 1940 
 in El Paso/Texas geboren. Er studierte in Ohio Journalistik\, merkte aber 
 bald\, dass er aufgrund der amerikanischen Tabus nicht das veröffentliche
 n konnte\, was er dachte. Er entwickelte sich zum politisch wachsamen\, zo
 rnigen jungen Mann. Durch eine Wette bei der Wahl J. F. Kennedys zum Präs
 identen der USA gewann Ochs eine Gitarre. Er schrieb und textete satirisch
 -aggressive Verse und Lieder\, die von den jungen Coffee-House-Sängern au
 fgegriffen wurden und sich schnell verbreiteten. Seine Songs setzten sich 
 mit der Kuba-Krise\, dem schmutzigen Krieg in Vietnam\, dem Militarismus\,
  der Bürgerrechtsbewegung\, den Gewerkschaften und Parteien auseinander. 
 Es ist keine überspitzte Polemik\, keine Effekthascherei in seinen Lieder
 n. Sie fordern zum Nachdenken\, zum Gebrauch seines eigenen Verstandes auf
 . Phil Ochs begann als Protestsänger\, aber seine letzte LP (Pleasures of
  The Harbor) zeigt\, dass er als singender Journalist zu einem Exponenten 
 der Untergrund-Musik wurde. Seine Melodien sind sehr poppig geworden\, wä
 hrend die Texte  immer noch Missstände aufdecken und unnachgiebig die 
 „Große Gesellschaft“ attackieren.“ \n\nBeim Newport-Folkfestival 19
 64 war Bob Dylan die Rolle des singenden Protest-Gurus leid und griff zur 
 E-Gitarre. Phil Ochs beanspruchte als Kronprinz\, dem auch niemand den Ans
 pruch streitig machte\, den nun verwaisten Thron als „King of Protest“
  - doch den hatte Dylan nicht nur geräumt\, sondern gleich mitgenommen. R
 astlos hetzte Ochs hin und her zwischen Solidaritätskonzerten und politis
 chen Aktionen\, getrieben von der Idee\, mit Liedern die Welt zu verbesser
 n\, aber auch in der Hoffnung auf einen kommerziellen Erfolg\, wie ihn Dyl
 an schon erzielt hatte. Warum hat es ihn mit eigenen\, noch dazu politisch
 en Liedern auf die Bühne gezogen\, um von dort aus die Welt zu verändern
  – bei gleichzeitiger\, illusorischer Hoffnung auf kommerziellen Erfolg?
  War es Geltungsdrang oder nur Mitteilungsbedürfnis\, Eitelkeit\, gar Fan
 atismus oder Missionseifer? Seine Biographie sagt dazu wenig.\n\nAls der 2
 7jährige Phil Ochs 1968 zu den Konzerten in Deutschland eingeladen wurde\
 , hatte der Protest der linken Studenten hierzulande seine ersten heißen 
 Phasen hinter sich. Ein Jahr vorher war in Berlin bei den Demonstrationen 
 gegen den Schah von Persien der Student Benno Ohnesorg erschossen worden\,
  und an Gründonnerstag fielen die Schüsse auf Rudi Dutschke. In dieses a
 ufgeheizte gesellschaftliche Klima kam mit Phil Ochs\, der seine engagiert
 en Liedern bereits auf fünf LPs veröffentlicht hatte\, der politischste 
 der amerikanischen „singer-songwriter“ nach Deutschland. Er verdiente 
 nicht schlecht\, aber die große Karriere war ihm noch nicht vergönnt. Se
 ine „journalistische“ Phase als „topical songwriter“ glaubte er hi
 nter sich\, hatte nun neben politischen Hoffnungen auch künstlerischen Eh
 rgeiz. Etwa eine Woche vor seinem Auftritt in Deutschland aber riss ihn di
 e politische Realität aus seinen Träumen: Robert Kennedy\, der Phil als 
 Wahlhelfer hatte gewinnen können\, war ermordet worden. Als nach dem Part
 eitag der Demokraten im August in Chicago Hubert Humphrey Präsidentschaft
 skandidat wurde – und erst recht\, nachdem dieser die Wahl gegen Nixon v
 erlor -\, blieb Phil eher nur noch ein Getriebener seiner eigenen Träume 
 von einer besseren Welt\, als dass er noch aktiv auf Dauer dafür hätte k
 ämpfen können. Immer häufiger versank er in Resignation\, Depressionen 
 – und im Alkohol.\n\nIn den anderthalb Jahrzehnten seit er 1960 in Ohio 
 seine ersten Auftritte hatte bis 1976 verlief die Karriere von Phil Ochs i
 n extremen Wellen\, verstärkt durch Erfolge und Rückschläge – persön
 liche wie politische\, die er wiederum nahezu persönlich nahm -\, sowie d
 urch Depressionen und Alkoholismus\, bis sie schließlich in Schizophrenie
 \, Obdachlosigkeit  und Suizid endete. Am Freitag\, dem 9. April 1976\, a
 ls er gerade wieder stabilisiert schien\, nahm sich Phil Ochs im Alter von
  fünfunddreißig Jahren im Haus seiner Schwester Sonny nicht weit von New
  York City den Strick. Zehn Jahre vorher hatte am Ende einer getürkten Li
 ve-LP mit dem Titel „Phil Ochs in Concert“ ein Lied gestanden\, das po
 etisch\, aber klar beschrieb\, warum es sich für einen engagierten Mensch
 en zu leben lohnt. „When I’m Gone“ ist ein eindringliches Plädoyer 
 gegen Mutlosigkeit und Resignation. Zehn Jahre später war es ihm selbst n
 icht mehr möglich\, daraus Kraft zu schöpfen...\n\nHeute machen Konserva
 tive die „68er“ speziell in Deutschland gerne für einen angeblichen 
 „Anti-Amerikanismus“ hierzulande verantwortlich. Dies ignoriert Einfl
 üsse\, die in den ersten Nachkriegs-Jahrzehnten von den regierungskritisc
 hen sozialen Bewegungen in den USA selbst ausgegangen sind. Phil Ochs war 
 in einer entscheidenden Phase dieser sozialen Bewegungen einer ihrer profi
 liertesten Sprecher. Und er hat ihr auch eine Singstimme gegeben. In der d
 eutschen Folkszene haben sich nur wenige Künstler von Phil Ochs inspirier
 en lassen. Walter Mossmann beispielsweise hat mit einigen Ochs-Melodien ei
 gene Texte transportiert. Kaum jemand hat sich aber hierzulande intensiver
  mit Phil Ochs auseinandergesetzt als Gerd Schinkel. Er hat mehr als 50 Oc
 hs-Songs in die deutsche Sprache übersetzt oder in deutsche politische Zu
 sammenhänge übertragen\, um so ihren Charakter als topical songs zu wahr
 en: mit einer Aussage von aktueller Bedeutung\, früher\, oder sogar bis h
 eute. Gerd Schinkel porträtiert Phil Ochs und sucht auf sehr persönliche
  Weise in den Liedern des Künstlers nach Antworten auf Fragen\, die sich 
 aus dessen Biographie stellen.\n\n&nbsp\;\n\n[caption id="attachment_3869"
  align="alignright" width="300"] Gerd Schinkel[/caption]\n\nGerd Schinkel 
 schreibt seit Anfang der siebziger Jahre eigene Lieder und übersetzt und 
 überträgt Songs anderer Singer/Songwriter. Er war Mitbegründer der Bonn
 er Polit-Folk-Kombo „Saitenwind“\, die Ende der siebziger Jahre auch g
 elegentlich Moßmann musikalisch zur Seite stand. Er ist - anders als Phil
  Ochs - politischer Journalist geworden und war bis zu seinem Wechsel in d
 en Ruhestand im Jahre 2013 politischer Hörfunkredakteur. Inzwischen gibt 
 er vorrangig Konzerte\, und zwar solo und mit seiner Gruppe\, den „Kanut
 en“\, auch auf Festivals wie z.B. beim „Folk-Frühling“ in Venne“ 
 (2014 und 2015)\, beim Bardentreffen in Nürnberg (2015)\, beim tff in Rud
 olstadt (2013) oder beim Pfingstfestival auf der Burg Waldeck (2016\, 2010
  und 2007). Genauso tritt er aber auch häufig auf den Kundgebungen von Pr
 otestaktionen oder Demonstrationen auf\, z.B. beim diesjährigen Auftakt d
 es Ostermarsches am Karfreitag in Gronau\, insbesondere gegen den unverant
 wortlichen Weiterbetrieb von Atomkraftwerken oder beim Protest gegen das B
 ahnprotzprojekt „Stuttgart 21“. Mit dem Lied „Der besondere Katastro
 pheneinsatzplan“ schrieb er bereits 1976 eine der Hymnen der Anti-Atomkr
 aft-Bewegung.\n\nInternet: gerdschinkel.jimdo.com
ATTACH;FMTTYPE=image/jpeg:https://folkfruehling.de/wp-content/uploads/Schi
 nkel-Freiburg-Kopie.jpg
CATEGORIES:Konzert
LOCATION:Folkclub Folkfrühling Gasthaus Linnenschmidt\, Hauptstr. 29\, Ven
 ne\, Niedersachsen\, 49179\, Deutschland
GEO:52.38545999999999;8.167149999999992
X-APPLE-STRUCTURED-LOCATION;VALUE=URI;X-ADDRESS=Hauptstr. 29\, Venne\, Nied
 ersachsen\, 49179\, Deutschland;X-APPLE-RADIUS=100;X-TITLE=Folkclub Folkfr
 ühling Gasthaus Linnenschmidt:geo:52.38545999999999,8.167149999999992
END:VEVENT
BEGIN:VTIMEZONE
TZID:Europe/Berlin
X-LIC-LOCATION:Europe/Berlin
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20160327T030000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:CEST
END:DAYLIGHT
END:VTIMEZONE
END:VCALENDAR