Erste Musikzensur?

Heute hat mich eine Mail erreicht, die mich nachdenklich macht:
leider, das merke ich hier im osten recht deutlich, hat der seit den bundestagswahlen für alle erkennbare rechtsruck auch die musikszene ergriffen, so dass speziell in den neuen bundesländern nicht deutschsprachige texte kaum noch zur aufführung kommen. auf den gut gemeinten rat von freunden, warum ich denn die songs nicht gleich ins deutsche übersetzt hätte, habe ich stets geantwortet: es würde mir schwer fallen, texte von einem poeten auf dessen gitarre geschrieben stand: this machine kills fachists, auf deutsch zu singen. man kann da auch anderer meinung sein. ich sehe mein beharren auf eine englischsprachige darbietung als beitrag zu einer weltoffenen musikszene. der allseits geschätzte „Redakteur einer Musikzeitung“, der meine bearbeitungen als sehr interessant wertete, riet mir das programm auf kleinen bühnen auszuprobieren. das habe ich gemacht, und ich denke, das programm hat die reifeprüfungen gestanden.
Ist dies ein Einzelfall oder schon Methode? Wir hatten vor einiger Zeit in unserer Region auch schon mal Stimmen, warum wir nicht mehr „Deutsches Liedgut“ auf dem Festival bringen. Die waren aber noch nicht so laut. Ich bin gespannt, ob sich unsere Musikkultur nach den Wahlen anders entwickelt. Es hat schon einmal in diesem Land „klein“ begonnen.
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