John Pearse +

John Pearse

John Pearse

Diese Meldung erreichte uns heute.

Dear friends,
I’m very sad to have to tell you that our old mate, and colleague,  John Pearse, died peacefully in his sleep last night.

Many thanks to all of you who sent him letters of greeting, I know both he and his wife Linda really appreciated them.

love Colin

J.P. war einer der letzten Gitarristen, die den ‚Piedmont Stil‘, wie Alan Lomax ihn bezeichnet, spielten. Dies ist ein Stil , der  durch Musiker wie Libba Cotten und Mississippi John Hurt  berühmt wurde. John lernte die Grundlagen von Big Bill Broonzy während Broonzys Europatournee im Jahr 1957.

Über die Jahre war sein Stil gereift und er hatte Elemente  des Jazz, der  Musik Westafrikas und der brasilianischen Caipira Musik hinzugefügt.
Der Piedmont Stil zeichnet sich aus durch  eine ‚finger-picked‘ Melodie  -die syncopiert –  einem mit dem Daumen gespielten ‚rocking‘ Bass gegenübersteht.
John spielte viele traditionelle Lieder in diesem Stil, außerdem hatte er ihn aber  so erweitert und verbessert, dass er in der Lage war, unglaubliche  ’single-string runs‘ ausschließlich mit dem Daumen zu spielen und auch komplexe Ragtime Melodien mit einem gefühlvollen Bass, der als Gegenpart zur fingergespielten Melodie mit einfließt. Sein Stil war einfach einzigartig  und absolut faszinierend.

Während der 60er und frühen 70er Jahre war er in London als Studio Musiker  wie auch als Schallplattenproduzent für Capitol und Warner Brothers sehr gefragt.  Auch schrieb und produzierte er die allerersten im Fernsehen gesendeten Gitarrenkurse für die BBC. Er reiste durch Afrika und machte Naturfilme im Sudan, Mali, Togo, Burkina Faso und Botswana.

Ungefähr um diese Zeit begann er auch die renommierten Musiksaiten zu entwickeln und zu vertreiben, die heute seinen Namen international bekannt gemacht haben, sowie damit, Instrumente und Zubehör für Firmen wie Rose Morris, Rosetti, Hopf und Aria zu entwerfen.

1978 verließ er England um ein neues Zubehörprogramm für Martin Guitars in den Vereinigten Staaten zu  kreieren. Kurz danach verlegte er die Produktion der Saiten und des übrigen Zubehörs in die Staaten und gründete, zusammen mit der amerikanischen Dulcimerspielerin, Mary Faith Rhoads, die Firma, Breezy Ridge Instruments, Ltd,  um seine Produkte auch international zu vertreiben.

1983 verblieb er nach einem medizinischen Eingriff vollständig gelähmt, was seiner Karriere als auftretender Künstler ein Ende bereitete.
Er wollte sich jedoch mit den düsteren Prognosen der Ärzte und der katastrophalen Situation nicht abfinden und war entschlossen, eines Tages wieder gehen und Gitarre spielen zu können.
Mit eisernem Willen, Entschlossenheit, nach Jahren mühevoller und schmerzhafter Rehabilitation, in denen er außerdem seine Firma um eine Videoproduktions- und Verlagssparte erweiterte, schaffte er es, sein Ziel nie aus den Augen verlierend, wieder als Musiker auftreten zu können.

2002 übergab er große Teile der geschäftlichen Verpflichtungen von Breezy Ridge seiner Partnerin und begann wieder als Musiker aufzutreten.
Seine Musik war sogar noch besser als vor dem Unfall. Sein Spiel fließend und dynamisch und seine Stimme tief und weich und gab seinen Liedern eine neue reiche Qualität.

Good Bye John